Designenlassen: Meine Erfahrungen und Meinung

Erfahrung und Meinung zu Designenlassen.deIm Rahmen des 13 Wochen Projekts habe ich nach dem ersten WebWorker.Club Logo gesucht und wie ihr seht, auch gefunden. Da ich in Sachen Design leider völlig unbegabt bin, musste ich das ganze auslagern und meine Wahl fiel auf den Dienst Designenlassen.de. Meine Erfahrungen mit Designenlassen* und meine Meinung dazu, findet ihr nun nachfolgend.

Was ist Designenlassen.de?

Designenlassen.de ist eine Crowdsourcing-Plattform, bei der man vom Logodesign, über einfaches Webdesign und Visitenkarten/Werbebanner, bis hin zur Namensfindung alles auslagern kann. Man gibt jeweils ein Preisgeld an und wartet dann auf (hoffentlich) viele Vorschläge der Kreativen auf der Plattform. Am Ende des Projektzeitraums muss dann nur noch der Gewinner festgelegt werden und schon wechseln Preisgeld und der kreative Output den Besitzer.

Meine Erfahrung mit Designenlassen.de

Wie schon erwähnt, habe ich über Designenlassen.de mein oberes Logo erstellen lassen. Mein Projekte findet ihr übrigens noch hier online. Die Erfahrungen dazu möchte ich nun nachfolgend in denen drei Schritten mit euch teilen, die man auch zum eigenen Logo durchschreiten muss:

Briefing

Das Briefing ist das Herzstück der eigenen Projektausschreibung. Hier sollte man schon etwas Zeit investieren, damit man auch gleich von Anfang an das geliefert bekommt, das man sich ungefähr auch vorstellt. So gibt man erst einmal einen Namen und ggf. ein Slogan an, die im Logo später auftauchen sollen. Anschließend muss man erst einmal die eigene Seite und Zielgruppe beschreiben. Das dient dem Designer um abschätzen zu können, in welche Richtung das Design gehen soll. In der Aufgabenstellung kann man dann sehr ausführlich schreiben, wie man sich das Logo vorstellen könnte. Meiner Meinung nach das wichtigste Feld, da man hier dem Designer und sich selbst einiges an Arbeit spart, wenn man möglichst präzise schreibt, was man sich vorstellt und evtl. auch was man überhaupt nicht möchte.

Ganz nett fand ich auch, dass man anschließend zeigen kann, in welche Richtung das Design gehen soll, also ob nur eine Wortmarke oder auch eine Bildmarke oder doch etwas ganz anderes. Zum Schluss kann man noch mit Schiebreglern die eigene Vorstellung eingrenzen. Diese Option ist wahrscheinlich für all diejenigen gedacht, die im oberen Aufgabenstellungsfeld nicht genügend Infos gegeben haben.

designenlassen-briefing

Am Ende würde ich unbedingt noch auf „weitere Angaben (optional)“ klicken und dort die URL zur eigenen Seite hinterlegen. Schließlich soll da das Logo ja auch eingebunden werden und die Designer müssen allein schon wegen der Farbgebung das restliche Design kennen. Wer möchte kann hier auch noch Übersetzungen hinzufügen. Dies ist aber meiner Meinung nach nicht wichtig. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass selbst wenn die englisch-sprachigen Designer nicht Deutsch sprechen/schreiben konnten, sie den Anforderungstext dennoch gut verstanden oder sich einfach an den schon vorhandenen Designs orientiert haben.

Projektoptionen

Die Projektoptionen kann man eigentlich schnell überspringen. Von Haus aus sind alle Projekte sichtbar und damit auch für Google indexierbar. Möchte man also nicht, dass die eigene Website/der eigene Name/die eigene Firma über Google in Verbindung mit Designenlassen.de gefunden werden soll, dann muss man extra 25 Euro zahlen, damit aus dem öffentlichen ein privates Projekt wird. In diesem Fall müssen auch alle Designer eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen. Für 60 Euro bekommt man ein Elite-Projekt, das zum einen privat ist, sich zum anderen auch nur an „Elite-Designer“ richtet.

Für weiteres Geld kann man sein Projekt etwas pushen, was aber wie schon gesagt, eher nicht nötig ist. Ein Beratungspaket ist übrigens immer mit dabei, sprich wer nicht mit den Ergebnissen zufrieden ist, der kann sich vom Team von Designenlassen.de beraten lassen und noch einmal am Briefing schleifen. Ich selbst habe diesen kostenlosen Dienst nicht in Anspruch genommen, kann deshalb auch nicht davon berichten.

Preisgeld

Und dann geht es auch schon ums Geld. Neben den 29 Euro Einstellgebühren, muss man nun ein Preisgeld festlegen. Von der Logik gilt, umso höher das Preisgeld, umso höher ist auch der Anreiz für die Designer mitzumachen. Denn eins darf man nicht vergessen, am Ende gibt es nur ein Gewinner und alle anderen Designer gehen leer aus. Ob dieses System nun fair ist oder nicht, muss denke ich jede beteiligte Partei selbst für sich beantworten. Designenlassen.de gibt drei Stufen vor. Bei einem günstigen Preisgeld von 175 Euro soll man mit 40-50 Designs rechnen, bei einem Standard-Preisgeld von 310 Euro mit 90-100 Designs und bei einem Premium-Preisgeld von 520 Euro mit 150-200 Designs. Generell kann man aber auch jederzeit ein individuelles Preisgeld eingeben. Hier muss man natürlich pokern um nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Preisgeld auszuschreiben.

Ich selbst habe mich einfach mal an das Standard-Preisgeld gehalten und tatsächlich 108 Designs erhalten. Die Schätzung scheint also ganz gut hinzukommen. Wichtig ist hier, dass man Design nicht mit Designer verwechselt. Tatsächlich waren an diesen 108 Designs lediglich 19 Designer beteiligt. Da jegliche farbliche oder andere minimale Änderung gleich ein neues Design mit sich bringt, schießt die Anzahl an „Designs“ schnell in die Höhe.

Eins noch am Schluss, alle Preise die beim Preisgeld angegeben werden sind Nettopreise. Ich hatte am Ende Kosten von rund 400 Euro für mein Logo.

Am Ende muss man sich noch entscheiden, ob man ein garantiertes Preisgeld vergibt oder nicht. Entscheidet man sich für ein garantiertes Preisgeld, muss man auf jeden Fall zahlen, selbst wenn kein Logo dabei ist, was einem gefällt. Das Preisgeld wird in diesem Fall zu gleichen Teilen unter allen teilnehmenden Designern aufgeteilt. Dafür bekommt man einen kleinen Rabatt und außerdem soll es mehr Designer anlocken. Möchte man kein garantiertes Preisgeld vergeben, muss man am Ende auch nicht das Preisgeld bezahlen, wenn man kein Logo auswählt. In diesem Fall sind lediglich die Einstellgebühren zu bezahlen.

Ich werde später wahrscheinlich noch einmal ein Projekt mit einem deutlich geringeren nicht garantieren Preisgeld (um die 100 Euro rum) versuchen und werde dann berichten, wie die Ergebnisse in solch einem Fall sind.

Feedback geben

Wenn dann erst einmal die ersten Logo-Designs eintrudeln sollte man auch gleich Feedback zu den Entwürfen geben. Dies geht einmal über die Sterne-Bewertung und darüber hinaus kann man den Designern direkt sagen was einem gefällt und wo sie vielleicht noch einmal nacharbeiten sollten. Gerade die Sternchen-Bewertung ist nach meiner Erfahrung auch für andere Designer wichtig, die bisher noch keinen Entwurf abgegeben haben. Denn diese können sich so an schon positiv bewerteten Logos orientieren. Aus diesem Grund sollte man den Projektzeitraum auch möglichst komplett ausnutzen, da die richtig guten Designs erst oft am Ende des Zeitraums kommen.

Fazit

Das Erstellen eines neuen Projektes auf Designenlassen.de* geht leicht von der Hand und schon nach kurzer Zeit bekommt man die ersten Logos zum Bewerten. Doch sind knapp 400 Euro nicht etwas viel für ein Logo? Heruntergerechnet auf alle Logos und die gesamte Zeit der Designer wahrscheinlich eher nicht. Da man am Ende aber nur ein Logo kauft, meiner Meinung nach doch. Dementsprechend lohnt sich designenlassen.de wirklich nur dann, wenn man nur eine sehr vage Vorstellung vom eigenen Logo hat und noch kreativen Input von Anderen benötigt. In diesem Fall ist der Crowdsourcing-Dienst eine gute und einfach Lösung. Bei schon konkreten Vorstellungen und nicht so aufwendigen Designs sollte man sich hingegen lieber gleich direkt an einen Webdesigner wenden.

Probiere es einfach selbst einmal aus. Jetzt bei designenlassen.de Projekt starten, 100+ Entwürfe von internationaler Designer-Community erhalten und nur das beste Logo bezahlen!*

Wie sind eure Erfahrungen mit Designenlassen.de, bzw. was haltet ihr allgemein von diesem Modell. Ich freue mich über eure Kommentare und Meinungen.

Kommentare

  1. Anton meint:

    Die Seite wirbt mit abertausenden Designern die nur darauf warten ein Logo für euch zu erstellen. Unfug. Ich habe einen einwöchigen Kontest auf der Seite gestartet mit einem ausführlichen Briefing und diversen Bildern die von mir hochgeladen wurden. Das Ergebnis nach 5 Tagen waren 9 äußerst daneben gelegene Vorschläge von ca. 3 Designern. Die Firma hat für diesen „Betrug“ von mir auch noch eine „Einstellgebühr“ in Höhe von 50€ kassiert. Für nichts! Eine Rückerstattung kam für das Unternehmen nicht in Frage obwohl versprochene Leistungen in keinster Weise eingehalten wurden. Dem Unternehmen geht es ausschließlich darum die Bearbeitungsgebühr zu kassieren. Für den erfolg der Logoerstellung bzw. für das Einhalten der vielen Versprechen auf der Seite stehen Sie ab Zeitpunkt des Geldeingangs nicht mehr gerade. Finger weg von dieser Seite. Mit asiatischen Designplattformen habe ich hingegen beste Erfahrungen gesammelt und werde dank diesem Unternehmen auch meine zukünftigen Projekte outsourcen. Danke für die Lehre.

  2. WebWorker meint:

    Hi Anton,
    vielen Dank für das Berichten von deinen Erfahrungen mit Designenlassen. Allerdings muss ich dazu schon auch anmerken, dass die Anzahl an Einreichungen natürlich stark vom Preisgeld abhängt. Umso niedriger das ist, umso unwahrscheinlicher ist es auch, dass viele Designer mitmachen. Das die Designs am Anfang oft daneben liegen ist denke ich nicht so überraschend, deshalb sollte man schnell mitwirken und zeigen welches Design in die richtige Richtung geht und welches Verbesserungspotential gibt. Zumindestens war es bei mir so, dass dann bessere Vorschläge gekommen sind.

    Bzgl. den asiatischen Designplattformen kannst du hier auch gerne mal ein paar Namen nennen, ist bestimmt auch für andere Leser interessant.

    Beste Grüße
    Christian

  3. Designer meint:

    Hallo,
    ich bin bei meiner Online-Recherche über den Artikel gestolpert und fand ihn anfänglich ganz interessant, weil mich die Erfahrung auf „Kundenseite“ mit so einem Portal interessiert. Es ist allerdings eine bodenlose Frechheit zu behaupten, dass 400 Euro zu viel für ein Logo-Design sind. Sie kaufen sich bei einer Plattform ein, die mit Dumpingpreisen den Designmarkt zerstört und beschweren sich dann noch, dass der Preis zu hoch ist. Für ein gut gestaltetes Logo sollte man mindestens 600 Euro bezahlen, wenn man es ernst mein, sogar das doppelte. Die Designer, die dort ihre Arbeit anbieten haben ihren Beruf alle gelernt, sind qualifiziert und müssen ihren Lebensunterhalt mit ihrer Arbeit bestreiten. Das sind keine Hobby-Gestalter, die nur darauf gewartet haben, ihnen für einen lächerlich niedrigen Preis ein Logo zu gestalten.

    • Michael Manek meint:

      Ganz deiner Meinung. Das Prinzip von designenlassen.de ist ähnlich einem All-you-can-eat-Buffet für die Geiz-ist-geil-Generation. Und das absurde ist, dass die teilweise hervorragenden Designer die Hauptschuld daran tragen, da sie bereit sind, sich für ein lächerliches Honorar zu verdingen. Und dann steht die Chance, das Geld zu gewinnen nicht besonders hoch, da die Briefings teilweise sehr vage sind, und man so gut wie kein Feedback bekommt. Der direkte Kontakt zum Kunden fehlt völlig, was die Arbeit zu einem reinen Glücksspiel macht. Traurig, wie kaputt der Markt ist.

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